Alles ist in Gambia angekommen!

Nach zwei ganzen Wochen endlosen Papierkriegs und endloser Behördenwege, bekamen wir den Container endlich aus dem Hafen frei. Es brauchte mehrere Besuche des Unterrichtsministeriums, des Finanzministeriums, der gambischen Finanzbehörde (Gambia Revenue Authority – GRA), der gambischen Hafenbehörde (Gambia Port Authority – GPA), dem Clearing und Forwarding-Agenten, Delmas Gambia, der Zollbehörde am Hafen (Kontrolle der Fracht uvm.) etc.; unzählige Briefe, Stempel, Garantien, Unterschriften…

Aber schließlich bekamen wir auch eine Zollbefreiung und eine Aufhebung der Demurrage (=Liegegebühr), die durch den Verzug inzwischen entstanden war.

 

Der LKW, den uns das Unterrichtsministerium ursprünglich zur Verfügung stellen wollte, hatte am Vortag des geplanten Beladens eine Panne. Wir hatten bereits zwei Tage auf ihn gewartet und nun das! Eine Reparatur hätte Tage gedauert und aufgrund des nahenden Wochenendes (welches am Freitag beginnt) sowie der Vorbereitungen der Feierlichkeiten rund um den 50. Unabhängigkeitstag, hätten wir mit weiteren Verzögerungen rechnen müssen. Um das zu verhindern, mussten wir los und einen LKW für den nächsten Morgen finden. Wir fanden einen freundlichen Fahrer und einen Truck, in ganz gutem Zustand zu einem angemessenen Preis in der Jimpex Area.

Später sagte der Fahrer, wenn er vorher gewusst hätte, wie stressig,

chaotisch und beschwerlich das Prozedere im Hafen war, hätte er kein Geschäft

mit uns abgeschlossen. Und fügte hinzu: Wenn ihn jemand jemals wieder darum bitten sollte, Spenden aus dem Hafen abzuholen, würde er ablehnen. Es war sein erstes (und offensichtlich letztes) Mal dort.

 

Nachdem die Hafenarbeiter unseren Container bereits das zweite Mal von den anderen Containern heruntergehoben hatten (das erste Mal war für die Zollinspektion vor ein paar Tagen), heuerten wir ein paar Helfer an, die uns beim Beladen des LKW helfen sollten. Wir waren buchstäblich menschliche Gabelstapler, die alle händisch auf den Truck hievten. Einige Pakete wogen mehr als 180 kg. Nur das Kopierpapier mussten wir einzeln von den Paletten auf die Ladefläche stapeln, da wir die mehr als 750 kg, die jede wog, nicht auf einmal heben konnten.

 

Anschließend wurde unser Truck von der Hafenbehörde geröntgt, indem sie

mit einem Spezialfahrzeug um unseren LKW herumfuhren, (vermutlich) wurde die

Strahlung dabei großzügig an die Umstehenden verteilt.

Auf Grund einiger mehr oder weniger bizarrer und zeitintensiver Ereignisse

(zB fanden wir unsere Papiere in einem Büro eingesperrt und der einzige Besitzer

eines Schlüssels war zu einem Begräbnis gegangen. Aber ohne diese Papiere

durften wir den Hafen nicht verlassen…), schafften wir es kurz vor Torschluss um

18 Uhr aus dem Hafen. Mit uns all die sehnlichst erwarteten Spenden…

 

(ungefähre) Ladeliste:

 

  • Sessel und Bürostühle
  • Fußbälle und Luftpumpen
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung, Medikamente, 2 Krankenbetten, Blutdruckmessgeräte, Fieberthermometer etc.
  • Werkzeuge, Elektroinstallationsmaterial (Steckdosen, Lichtschalter, Kabel etc.)
  • LED Röhren und Fassungen
  • Gartenwerkzeuge, Gießkannen
  • Computer, Tastaturen, Mäuse, Bildschirme, Kabel, Drucker, Toner, D-Link Sys, Scanner, Laptops etc.
  • 1 Ventilator
  • Papierwaren, Büromaterial (Notizblöcke, Hefte, Collegeblöcke etc)
  • 2 Paletten Mondi Kopierpapier
  • Weltkarten
  • Verschiedenes Spielzeug
  • 1 Matratze, Leintuch, Kissen (für die Leseecke)
  • Bücher
  • 1 Bücherregal
  • 5 Schultafeln
  • Tafelkreide (weiß und bunt)
  • Kleidung, Schuhe, Taschen, Bettzeug, Decken, Vorhänge, Handtücher, Kissen etc.
  • 2 Nähmaschinen
  • 85 solarbetriebene Schreibtischleuchten
  • Wanduhren
  • Akkus, Ladegeräte (Reservebatterien für die Solarleuchten, Uhren etc.)
  • Schulmaterial (hunderte Bleistifte und Buntstifte, Wasserfarbe, Radiergummis, Spitzer, Lineale, Federpennale/-mappen etc.)
  • Ein paar hundert Deko-Mistkübel als Stifthalter von ARAG)
  • Plüschtiere

 

 

 

Ein Teil war neu, ein Teil neuwertig.

Ministry of Education
Delmas
Inside the Delmas office
My container
Banjul port
My container being lifted.
Breaking the seal.
My container waiting for custom's inspection.
Unhappy truck
Heavy load
Unloading the container
Loading the truck
The 150 kg all-in-one printer being heaved in the truck.
The port authorities' X-ray truck.
Our truck finally left the port (after an all-day delay)
Banjul port
Leaving Banjul, on the way to Wassu...

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